„Klar ist: Die Energiewende ist ohne die Verkehrswende nicht machbar – und umgekehrt. Der Verkehr, sowohl Personen- wie Warentransporte, müssen effizienter organisiert werden.

Wenn das Greenchtech-Festival eines gezeigt hat, dann dass wahnsinnig viele Menschen Lust haben, diese Aufgabe zu stemmen und den Wandel zu gestalten „

Wer sich am vorletzten Samstag auf dem Greentech Festival aufhielt, den dürfte das Wahlergebnis tags darauf wahrlich nicht mehr überrascht haben.

Exakt zwischen der so wichtigen Europawahl am Sonntag und den bisher größten Fridays for Future Demonstrationen am Freitag war das Event mit seinen drei Säulen der Green Awards, der Green Leaders Conference und der Greentech Exhibition regelrecht ein Brennglas für das, was sich mit immer höherer Geschwindigkeit in Gesellschaft und Wirtschaft vollzieht – und was die Politik nur zögerlich und unzureichend in Angriff nimmt.

Ja, es gibt die Teslas und Bytons dieser Welt. Auch auf dem Tempelhofer Feld war der grüngewaschene Luxus-Individualverkehr präsent. Und doch: Mittendrin war unsere ONO ein Blickfang für Business-Strategen, Investoren und Politiker genauso wie für Schüler, Studenten oder sogar Aktivisten. Unsere Gespräche gingen nahtlos über von modularen Container-Strategien zur Müllentsorgung in Singapur zu rechtlichen (Fach-)Diskussionen oder Fragen des Produktdesigns als elementarer Größe, damit Lösungen auch vom Kunden letztlich angenommen werden.

Es war genau diese Mischung aus jungen und gestandenen Unternehmen, völlig

neuen Konzepten und Produkten, aber eben auch einem bunt gemischten Publikum, die deutlich werden ließ: Klima- und Umweltschutz sind keine Momentaufnahme. Sie sind das Kernthema einer ganzen Generation.

Die Menschen wollen sich mehr für den Klimaschutz einsetzen und sie suchen dafür Alternativen: das gilt für ihre individuellen Kaufentscheidungen ebenso wie für ihre persönliche Berufswahl.

Die großen Parteien verlieren gerade hier an Rückhalt, wo sie die Weichen für diesen Wandel nicht gestellt haben, wo sie die Stagnation im Ausbau der regenerativen Energien und alternativen Antriebe genauso zu verantworten haben wie die zögerliche Aufarbeitung massiven Fehlverhaltens in der Autoindustrie.

Die großen Konzerne selbst geraten ebenfalls unter Druck. Ihre Produkte und Lieferketten, ihre sozialen Standards genauso wie ihre Werte werden mehr und mehr hinterfragt. Deshalb mischten sich in unsere Fachgespräche immer wieder Diskussionen mit jungen Studenten, Produktdesignern oder gar Aktivisten, die wahlweise nach einer Beschäftigung „mit Sinn“ suchten oder am liebsten die ONO gleich ganz mitgenommen hätten, um ihren Forderungen an ihren Stadtrat, doch mehr Lastenräder bereitzustellen, Nachdruck zu verleihen.

Apropos Lastenräder: Auch Verkehrsminister Scheuer war zugegen, der erst kurz zuvor beim Nationalen Radverkehrskongress in Dresden verkündete, als “Fahrradminister” den Radverkehr in den nächsten Jahren deutlich stärken zu wollen. Es ist jedoch auch hier bezeichnend, dass bisher eher das Bundesumweltministerium (BMU) mit konkreten Programmen auffiel als das Verkehrsministerium (BMVI): so etwa mit dem Projekt KOMODO hier in Berlin und der (wenn auch überschaubaren) Lastenradförderung in 2018.

Vom BMVI hingegen erwartet man immer noch die 2016 in Aussicht gestellte Hilfestellung für Unternehmen und Kommunen für den Einsatz von Fahrrädern im Wirtschaftsverkehr. Statt konkreter Aktionen also gibt es lediglich ein neues Innovationsprogramm Logistik 2030, das jedoch trotz anderslautender Beteuerungen wie der etwas aufgefrischte Aktionsplan Güterverkehr und Logistik von 2015 anmutet.

Die weitestgehende Untätigkeit erscheint völlig unverständlich, ist doch gerade der Bereich des städtischen Binnenverkehrs im Allgemeinen sowie des urbanen Lastenverkehrs im Speziellen das Marktsegement mit dem höchsten Problemlösungsbedarf auf der einen sowie einem hohen Steuerungsbedarf auf der anderen Seite. Das umfasst die Förderung des kombinierten Verkehrs  (Intermodalität) ebenso wie etwa den Aufbau eines integrierten Abstellmanagements mit mehr Flächen in Häfen und auf Parkplätzen bspw. und gemeinsamen Micro-Depots oder den Aufbau einer Ladesäulen-Infrastruktur.

Klar ist: Die Energiewende ist ohne die Verkehrswende nicht machbar – und umgekehrt. Der Verkehr, sowohl Personen- wie Warentransporte, müssen effizienter organisiert werden.

Wenn das Greenchtech-Festival eines gezeigt hat, dann dass wahnsinnig viele Menschen Lust haben, diese Aufgabe zu stemmen und den Wandel zu gestalten – und das Interesse an Produkten & Lösungen immens ist.

Unternehmen, die es schaffen, diese Menschen auch in neuen Formen der Zusammenarbeit (Stichwort evolutionäre Organisationen) an sich zu binden, werden zu den Gewinnern gehöre.

Wer bremst und auf Prozessen und Lösungen beharrt – das gilt für Politiker und Unternehmer gleichermaßen – wird zurückfallen

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